Demenz und Boshaftigkeit - was steckt dahinter

Wie ich es endlich schaffe ruhig zu bleiben, wenn meine demenzkranke Tante wieder boshaft ist

 

 

 

Manche glauben ja, ein Mensch mit Demenz wird früher oder später boshaft oder aggressiv, „da könne man halt nichts machen!“ -

Geht es Ihnen genauso?

Dass dies nicht so sein muss und dass Sie weder hilf- noch tatenlos zusehen müssen, verrate ich Ihnen in diesem Blog-Post.

 

 

 

 

Zusammenleben mit demenzkranken Menschen: eine Herausforderung

 

Stellen wir uns mal eine Frau Ende vierzig vor. Nennen wir sie Silvia. Silvia hat eine kinderlose Tante, die an einer Demenz erkrankt ist. Silvia kümmert sich seit einiger Zeit um die alleinstehende alte Dame. - Hier erzählt sie ihre gemeinsame Geschichte:

 

Trotz meiner allerbesten Absicht, liebevoll mit Tante Regine umzugehen, wurde mir besonders ihre Boshaftigkeit zu viel. Ich kam schnell an mein Limit. Das wollte ich keineswegs hinnehmen und fragte mich: Und jetzt?

 

 

Das boshafte Verhalten auszuhalten kann sehr schmerzhaft sein

An eine Situation von vor 2 Jahren erinnere ich mich ganz genau, so als wäre es gestern gewesen:

Ich hatte mir extra frei genommen, um mit meiner Tante im Cafe ihre Lieblingstorte zu essen: Flockensahne gefüllt mit Preisselbeeren. Die gab es nur einmal wöchentlich, nämlich an diesem unvergesslichen Mittwoch.

Ich hetzte mich ab, um unseren vertrauten, etwas abgelegeneren Platz zu bekommen – also alles erfolgversprechend geplant – dachte ich.

 

Ich wollte klingeln, aber Tante Regina öffnete schon startbereit die Türe. Oh mein Gott – wie sah sie denn aus? Die Hose auf halb acht und die Blusenknöpfe hingen irgendwo – nur nicht dort, wo sie hingehörten, zumindest einige.

 

Ach nee, Tante Regina. komm, ich mach das schnell richtig. So kannst du doch nicht aus dem Haus gehen!“ Pause – mir stockte der Atem. „Hau bloß ab, du Gschaftlhuberin. Lass' mir endlich meine Ruhe, ich habe keine Lust mehr auf dich!“ Gesagt – getan – sie drehte sich um, knallte die Türe ins Schloss - und Tschüss.

 

 

Der betroffene Mensch hat immer seinen guten Grund dafür - lernen sie ihn kennen

Ich stand da wie ein begossener Pudel und dachte: das kann ja wohl nicht wahr sein! Ich hab' sie frühzeitig angerufen und ihr gesagt, dass ich sie bald abhole – und jetzt macht sie auf „keine Lust“.

 

Der gute Grund:

  • Meine Tante wollte mir eine Freude machen
  • sie zog die Bluse an, die ich ihr geschenkt hatte
  • sie wollte es heute ganz besonders gut machen
  • ihr Stresspegel stieg immer weiter
  • sie pfriemelte an den vielen kleinen Knöpfen herum
  • ich krittelte sofort an ihr herum
  • ich bestimmte, was geht und was nicht (so kannst du doch nicht...“)
  • sie fühlte sich von mir gedemütigt

Das reichte jetzt – der Kragen platzte.

  

 

Aggressivität ist häufig ein Ausdruck von Hilflosigkeit

Zu erkennen, dass selbst das Anziehen zum Problem wird – das war für meine Tante einfach zuviel. Das machte traurig und sie fragte sich vielleicht: kann ich überhaupt noch etwas – wofür bin ich eigentlich noch gut?

 

Sie hatte früher mit größter Fingerfertigkeit duftige, zarte Blumen auf Bastist gestickt. Und jetzt schaffte sie es nicht einmal mehr, sich ordentlich anzuziehen. Der Gedanke tut mir heute noch weh: wie nutzlos, ja sogar überflüssig, muss sich meine arme Tante damals gefühlt haben...

 

 

Was Sie daraus mitnehmen können:

  • nehmen Sie sich mehr Freiraum und weniger Programm vor

  • zeigen Sie, dass Sie Ihren Angehörigen lieben – so wie er/sie ist

  • akzeptieren Sie, dass es immer einen Grund für die Gefühlslage Ihres Angehörigen gibt - immer!
  • vermeiden Sie Stress-Situationen – für Sie beide (z. B. Arztbesuche mit langen Wartezeiten)

  • bereiten Sie sich gut bei unvermeidlichen Veränderungen vor (z. B. mit Demenz ins Krankenhaus)

  • versuchen Sie, „nicht alles verbessern“ zu wollen/müssen (?), was Sie vorfinden

  • versetzen Sie sich in die Gefühls-Lage Ihres Angehörigen

  • sprechen Sie über ein Malheur verständnisvoll

  • handeln Sie beim nächsten mal vorausschauend

  • bieten Sie Ihre Hilfe an - warten Sie, ob diese angenommen wird 

 

 

So bleiben Sie auch bei Beschimpfungen ruhig

 

Mir ein dickes Fell wachsen zu lassen, war keine Lösung – hätte auch zu lange gedauert. Den Groll hinterschlucken auch nicht. Allmählich begriff ich, dass Tante Reginas Geschimpfe die einzige Möglichkeit war, ihrer Angst, ihrer Wut und ihrer Verunsicherung Luft zu machen.

 

 

Respektvoller Umgang mit der "boshaften Tante", auch wenn es anfangs schwerfällt

Einfach dahingesagt: geh' respektvoll mit ihr um. Grundsätzlich kein Problem, aber es kam immer wieder vor, dass sie mich übelst beschimpfte. Von einem so nahestehenden Menschen zu Unrecht verdächtigt zu werden, da sträubten sich mir die Nackenhaare: Oder gar des Diebstahls beschuldigt zu werden: „Du hast mir schon wieder mein Geld gestohlen – das war schon früher so!“ -Da rebellierte es in mir heftig, ich wollte die Sache ein für alle Mal klar stellen. Das ist doch der Gipfel, schließlich geht’ s hier um meine Ehre, jetzt reicht's aber!

 

 

Ursachen und Auslöser finden - Trauer, Schmerz, Angst - um Linderung zu verschaffen

Wie groß muss die Not sein, dass sie ihre einzige Nichte als Diebin beschimpfte?

Sie hatte große Angst, ohne Geld wieder hilflos zu sein, abhängig vom guten Willen anderer.

Diebstahl! - Das war wohl ihre einzige Erklärung.

 

 

Ruhe bewahren und vermitteln, dass ich ihr jetzt beistehe, sie nicht allein lasse

Vor kurzem habe ich meinen Geldbeutel verlegt – Mist, ich hatte doch einen dringenden Termin.

Endlich wurde ich fündig – war ja klar: das Haus verliert nichts. Und trotzdem habe ich zuallererst die Angst im Nacken gespürt: was, wenn er weg ist? - Erst danach arbeitete mein Verstand, ich erinnerte mich, wo ich ihn normalerweise hinlege. Ich griff auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück und kam zum Ziel.

 

 

Anders bei Menschen mit Demenz: es zählt die Gegenwart, also das JETZT. Und jetzt ist kein Geld da, nur Stress durch blanke Angst. Sie ist sofort wieder präsent, weil sie so eine wichtige Rolle im Leben gespielt hat.

 

Da brauchte ich nicht mit vernünftigen Argumenten kommen – ganz im Gegenteil. Die Tante fühlte sich nicht ernst genommen, vielleicht sogar lächerlich gemacht.

 

Besser war es, mich in sie hineinzuversetzen:

Tante Regina, das ist ja furchtbar, ohne Geld dazustehen. Da hätte ich auch eine Riesenangst – aber schau, du bist ja nicht allein. Wir halten doch zusammen, so wie immer“ 

 

 

Was Sie daraus mitnehmen können:

  • Sparen Sie es sich, sich zu verteidigen

  • nehmen Sie die Beschuldigungen ernst – aber nicht persönlich

  • unterbrechen Sie Ihren Angehörigen nicht

  • vermeiden Sie „vernünftiges“ Argumentieren, meist schaukelt es nur weiter hoch

  • hören Sie die Hilferufe hinter der Boshaftigkeit

  • zeigen Sie, dass Sie die Not sehen

  • geben Sie Sicherheit – sind Sie voll und ganz präsent   

 

 

Wie befreiend, wenn's Tante Regina wieder gut geht

 

Dass es der Tante wieder gut gehen könnte, das war anfangs unvorstellbar. Dann versuchte ich, den Blickwinkel zu wechseln: Anstatt zu hadern, weil vieles nicht mehr funktionierte wie früher, freute ich mich, was noch alles ging. Klar war: Ich konnte mich anpassen, umlernen – meine Tante nicht mehr.

 

Der Umgang im Alltag wurde entspannter

Mit der Zeit lernte ich, ein Gespür dafür entwickeln, was der Tante gerade fehlt. Apropos Zeit: sie ist ein kostbares Gut, deshalb bin ich immer knausrig damit umgegangen. Mittlerweile kann ich einen Gang (manchmal sogar zwei) zurückschalten.

 

Meistens fehlt es nicht an „Programm“, das wir uns für unsere Lieben ausgedacht haben. Ganz im Gegenteil: Je weniger Action, desto besser. Tante Regina spürte, dass sie endlich nicht mehr funktionieren musste. Mir tat es auch gut und ich freute mich immer mehr auf „meine-Tante-Regina-Time“

 

Wir waren einfach nur füreinander da, schauten alte Fotos an, kicherten über die altbackenen Frisuren und Klamotten, tauschten Erinnerungen aus - kostbar und unwiederbringlich innige Momente.

 

 

Manche Auslöser können frühzeitig erkannt und ggf. vermieden werden

Ein unvergesslicher Tag war ein Fest meines Patenonkels. Eine Riesen-Fete mit allen (!) Verwandten zum 80. Geburtstag des rüstigen Onkels, der 300 km entfernt lebte.

 

Natürlich war die Anreise strapaziös in eine Umgebung, die Tante Regina nicht (mehr) kannte. Sie fand sich nicht zurecht, wurde schreckhaft. Alles war anders: Ein fremdes Bett, der Blick aus dem Fenster – ungewohnt. Es roch nicht wie daheim, keine knarrenden Holztreppen, keine schnurrende Katze, die um die Beine strich. Das eine fehlte, das andere war neu und damit zuviel.

 

Es war alles zu viel: die Menschen, deren Namen die Tante größtenteils nicht mehr wusste.

Das Essen, ein Menü in mehreren Gängen, es wurde viel getrunken, gelacht, sogar auch getanzt, kurzum: ein richtiger Trubel.

 

Und plötzlich fing Tante Regina – scheinbar ohne Grund – an, um sich zu schlagen und ihre Schwägerin übelst zu attackieren. Ihr Gesicht war verzerrt, sie schrie und endlich begriffe ich: Mein Gott, die muss da 'raus!

Ich fühlte mich gleich schuldig, machte mir den Vorwurf: verdammt, das hätte ich doch wissen müssen!

 

Heute weiß ich, dass es die Summe aller „Kleinigkeiten“ war, zuletzt die Begegnung mit ihrer Schwägerin Olga. Diese pseudofeine Dame von Welt, die mochte meine Tante noch nie. Das war schon früher so, nur damals hatte sie sich noch „beherrschen können“.

 

Das geht jetzt in der Demenz nicht mehr. Den Impuls, dieser aufgeblähten Person einmal richtig die Meinung zu sagen, konnte Tante Regina nicht mehr unterdrücken. Gute Manieren hin oder her – der taxierende und mitleidige Blick von Tante Olga ließ sie wütend werden. Alles brach aus ihr heraus, sie spürte es intensiv: „Ich mag diese Frau nicht!“

 

 

Nicht der Mensch als Person wird plötzlich boshaft – es sind die Auswirkungen der Krankheit.

Beim nächsten Angriff also alles im grünen Bereich? Von wegen! So viel logische Erklärungen konnte ich gar nicht lesen. Mein Herz blutete, wenn Tante Regina wieder um sich schlug. Und sie traf immer sehr gut, verbal oder tatsächlich.

 

Allmählich bin ich dahinter gekommen, dass meine Tante nicht mich persönlich attackierte. Zufällig war ich gerade greifbar, sozusagen als Blitzableiter.

In Form ihrer Boshaftigkeit „schrie“ sie so laut um Hilfe, in der Hoffnung, dass sie endlich jemand hört.

 

 

Was Sie daraus mitnehmen können:

  • Achten Sie auf genügend Zeit: zum Erholen zwischendurch (zum Anpassen an unterschiedliche Situationen)

  • verschieben Sie geplante Aktivitäten, wenn sich Warnsignale ankündigen (plötzliche Abwehrhaltung und Misstrauen, Unruhe, Angst)

  • planen Sie Dinge, die der demenzkranke Mensch noch gut kann und mit Freude macht

  • sorgen Sie für Bewegung zwischendurch – aber nur, wenn Ihr Angehöriger das mag

  • Vermeiden Sie Kritik, Beschuldigungen, Demütigung, Reizüberflutung

  • bleiben Sie geduldig 

 

 

Meine besten 4 Tipps für mehr Gelassenheit bei Wutausbrüchen

 

Nun wusste ich einiges, was ich tun oder lassen konnte, damit es uns beiden wieder gut geht. Wichtig war zu unterscheiden: was meinte ich, dass meiner Tante gut tut und was half ihr tatsächlich.

 

1. Sich mit dem Thema Demenz und seinen Begleiterscheinungen aktiv und sachlich auseinandersetzen

Boshaftigkeit schreibt man ja am ehesten der frontotemporalen Demenz sowie auch der Lewy-Körperchen-Demenz zu. Trotzdem war auch meine Tante mit ihrer Alzheimer-Demenz manchmal die Boshaftigkeit in Person:

 

So auch an diesem wunderschönen Sonntag vor 4 Wochen: Ich wollte ihr eine besondere Freude machen und mit ihr spazieren gehen: „das tut Dir sicher gut, Tante Regina!“- „Du kannst alleine herumspazieren, mit deinem neumodischen Schmarr'n kannst du mir gestohlen bleiben – ich geh' keinen Schritt!“

 

2. Verständnis für Wut/Boshaftigkeit zeigen

Ich begriff, dass es nicht „die Demenz“ alleine war, die sie so wütend werden ließ. Tante Regina hatte zahlreiche andere Krankheiten und naturlich ihren starken Charakter. So war sie äußerst unleidig, wenn ihre rheumatischen Knie weh taten. Jammern, das kam für sie nicht in Betracht. Früher hatte ihr Bewegung gut getan und das wusste sie – früher.

 

Heute und damit JETZT taten ihr die Knie weh, basta. - Und ich habe verstanden...

 

3. Auf Gefühle eingehen - Scham, Angst, Trauer

Seit ein paar Wochen kommt der Pflegedienst zu meiner Tante, weil sie die Körperpflege nicht mehr alleine schafft.

 

Die junge Pflegerin trat sehr ambitioniert auf und wollte Tante Regina ausziehen, um sie zu duschen. Plötzlich schrie meine Tante wütend: „Schleich' dich, du billiges Flittchen!“

 

Das ist doch der Hammer! Ich wäre am liebsten im Erdboden verschwunden Erst als ich mir die Szene bildhaft vorstellte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Meine Tante hat sich ihr ganzes Leben selbstbestimmt versorgt. Und jetzt kommt diese junge hübsche Frau und Tante Regina soll sich duschen lassen. Ungeschützt und ausgeliefert in ihrer Nacktheit, konfrontiert mit der prallen Jugend, den eigenen körperlichen Verfall im Badspiegel deutlich vor Augen.

 

4. Eigene Grenzen setzen und einhalten

Sofort drängte sich mir der Gedanke auf, meine Tante zukünftig selbst zu pflegen. Doch irgend etwas in mir sagte plötzlich: Stop! Ich hatte einen guten Grund dafür, die Pflege abzugeben. Dafür hatte ich mir eine eindeutige Grenze gesetzt: Mitgefühl ja – Aufopferung nein. Mir wurde klar, wie wichtig es ist, sich an die Vereinbarung zu halten – auch mir selbst.

 

 

Was Sie daraus mitnehmen können: 

  • achten Sie auf Warnsignale im Vorfeld

  • Vermeiden Sie Bevormundung

  • bieten Sie taktvoll an zu helfen – handeln Sie nicht ungefragt

  • Loben Sie Ihren Angehörigen und freuen Sie sich über etwas Gelungenes

  • Denken Sie an Schmerzen – physisch oder psychisch - als Ursache für Aggression

  • Sorgen Sie gut nach dem Motto: Mitgefühl ja – Aufopferung nein

  • beachten Sie Grenzen – ihre und die Ihrer Angehörigen 

 

 

Fehler, die Sie im Umgang mit demenzkranken Menschen beachten und vermeiden sollten

 

Jede Demenz ist anders, jeder Mensch und seine Lebensgeschichte auch. Was dem Einen gut tut ist für den Anderen absolut unerträglich

 

1:1-Umsetzung von allgemeinen Leitfäden - Jeder Mensch ist anders

Theoretisches Wissen hatte ich mir angeeignet – jede Menge. Ab die Umsetzung im Alltag funktionierte selten.

 

Was sollte ich alles berücksichtigen:

  • das spezifische Erscheinungsbild der Demenz

  • andere Vorerkrankungen

  • individuelle Charakterzüge

  • das bisherige Leben mit all seinen Höhen und Tiefen

     

Geduld verlieren, wenn sich nicht sofort der ersehnte Erfolg einstellt

Meine eigenen Erwartungen zukünftig niedriger zu schrauben, fiel mir nicht leicht. Häufig ertappte ich mich dabei zu denken: ja geht’s noch – ich mach doch eh schon alles, was möglich ist – ich kann nicht mehr!

 

Also „machte“ ich weniger und plötzlich lebte es sich leichter, ohne Leistungsdruck und vor allem: mit weitaus weniger Stress für uns beide.

 

 

Schuld suchen - bei sich und beim anderen

Tja, die verdammte Sache mit dem schwarzen Peter, den keiner haben will.

Ich machte mir heftigste Vorwürfe, ob ich die ersten Krankheitszeichen ignoriert hatte, zu spät den richtigen Facharzt gefunden habe, immer zu wenig Zeit investiert zu haben.

Oder der stille Vorwurf an Tante Regina, sie hätte mehr für ihre geistige Gesundheit sorgen sollen, mehr Gedächtnistraining und sich bewusster ernähren - hätte – hätte – Fahrradkette ….

 

Was würde es jetzt ändern, hätten wir den einen Schuldigen gefunden? - Nichts.

 

Das, was ich jetzt noch ändern konnte, war meine eigene Haltung: das Allerbeste aus dem zu machen, was jetzt noch vorhanden war – und da geht noch einiges...

 

 

Was Sie daraus mitnehmen können:

 

Sie müssen nicht alles alleine schultern. Holen Sie sich die Hilfe, die Sie brauchen um

  • Signale entschlüsseln zu lernen

  • eigene Gefühle wahrzunehmen, zu sortieren, zu verstehen und zu akzeptieren

  • die Familie mitverantwortlich einzubinden

  • externe Hilfsangebote zu finden

  • manche Bereiche in gute Hände abzugeben: Pflege, Hilfe im Haushalt 

 

Erst als ich aufgab, alles alleine schaffen zu müssen, ging's uns immer besser:

Die Zeit, die ich mit meiner – meistens liebenswerten - alten Tante verbracht habe, wurde zu gemeinsamer Zeit. Wir waren uns sehr nahe, mehr als jemals zuvor.

 

Ich war einfach nur für sie da ohne nebenbei alles überblicken zu wollen, was ich sonst noch nebenbei tun müsste. Das habe ich abgegeben, das machten jetzt Andere.

 

Ich schenkte meiner Tante meine komplette Aufmerksamkeit – bedingungslos. Und das spürte sie, ihre Boshaftigkeiten wurden immer seltener.

Wenn es ihr gut ging, ging's auch mir gut – und umgekehrt – geht gar nicht anders...

 

 

 

Hier finden Sie weitere Unterstützung

 

Alzheimer-Telefon:

Bundesweite Hilfe durch professionelle Beratung - für Angehörige, Betroffene und alle Interessierten

https://www.deutsche-alzheimer.de/unser-service/alzheimer-telefon.html

 

 

Meine Buch-Empfehlung:

Das Herz wird nicht dement 

von Udo Baer und Gabi Schotte-Lange: Demenz ist mehr als Gedächtnisverlust. Sie beeinflusst Gefühle, die gesamte Art, wie Menschen sich und ihre Welt erleben. Über ihr Herz können wir sie erreichen, wenn wir nur wissen, wie

ISBN: 9783407865847 - Ich verzichte hier ganz bewusst auf einen Link zu einer Verkaufsseite - Ihr Buchhändler um die Ecke freut sich darüber

 

 

Austausch mit Betroffenen – Angehörigen-Gruppen

https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/frontotemporale-demenz/ftd-angehoerigengruppen.html

 

 

 

 

 

Perspektiven bei Demenz in der Familie

Demenz Begleitung München

 

Christine Ramsbacher   -    Heilpraktikerin für Psychotherapie   -   Systemische Beratung und Therapie

81241 München   -    Ernsbergerstraße 7 b   -   Tel. 089-74036267

www.perspektiven-fuer-die-seele.de

             E-Mail: anfrage@perspektiven-fuer-die-seele.de

 

 

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